Romeo und Julia
2025 / Bachelor
Bühnenbild zum Theaterstück von William Shakespeare
Die Inszenierung eines Weltklassikers
«Romeo und Julia» von William Shakespeare zählt zu den berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Bis heute fasziniert das Drama durch seine zeitlose Relevanz und emotionale Kraft. Ausgehend von eigenen Stückinterpretation entwickeln Studierende im 4. Semester eigene Raumentwürfe für die Bühne des Schauspielhauses Zürich, wo zeitgleich auch eine Romeo und Julia Inszenierung zu sehen war.
Impression aus der Leseprobe
Entwurfsarbeit zwischen Schauspiel, Regie und Kostüm
Den Auftakt des Bühnenbildsemesters bildeten zwei intensive Workshopwochen. Die erste widmete sich der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Stück. Denn der Text bildet die zentrale Ausgangslage für die Entwurfsarbeit. Durch vertiefte Recherche und Analyse setzten sich die Studierenden mit dem Stoff auseinander und entwickelten eigene Zugänge – liessen sich dabei auch intuitiv und assoziativ leiten.
Der zweite Workshop fand gemeinsam mit Schauspielstudierenden der Hochschule der Künste Bern (HKB) statt. Ausgewählte Szenen wurden gemeinsam erarbeitet und mitten in Basel inszeniert. Die Schauplätze waren ebenso ungewöhnlich wie öffentlich: das Parkhaus beim Kirschgarten, die Fähre und der «Fähristeg» am Basler Rheinufer oder die Rolltreppe im H&M – Passanti:innen wurden dabei, zu ihrer eigenen Überraschung, zu Statist:innen. Gemeinsam besuchten wir die Inszenierung von Bonn Park auf der Pfauenbühne – inklusive eines Blicks hinter die Kulissen. Was von dieser Woche bleibt, ist ein geschärftes Verständnis für Ort, Dramaturgie und Schauspiel: Wie können Räume eine Szene beeinflussen? Wie können Orte bespielt werden? Und welche Beziehungen entstehen zwischen Spielenden, Publikum und Umgebung?
Die anschliessende Entwurfsarbeit wurde schrittweise durch Gastinputs und -kritiken aus den Bereichen Regie, Bühnenbild und Kostüm weiter vertieft.
Räume szenisch denken
Das Bühnenbildprojekt ermöglicht so vielfältige Berührungspunkte mit der Praxis des Theaterschaffens und vermittelt zentrale Kompetenzen für eine spätere Tätigkeit als Bühnenbildner:in. Neben methodischen Entwurfsstrategien steht insbesondere das dramaturgische Verständnis von Raum im Mittelpunkt.
Die Studierenden arbeiten sowohl mit physischen Modellen als auch mit szenischen Entwicklungen entlang der Partitur. Auf diese Weise wird erfahrbar, wie räumliche Entscheidungen mit unter anderem Regie, Dramaturgie, Schauspiel und Kostüm zusammenwirken.
Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich weit über dieses konkrete Projekt hinaus übertragen und schaffen vielseitige Anknüpfungspunkte für szenografische Entwurfsarbeit abseits des Bühnenraums.
Aus dieser intensiven Auseinandersetzung mit Raum und Szene entstanden vielfältige Interpretationen: Vom Fokus Teenagerdrama über Nachbarschaftsfehden bis hin zu poetisch-künstlerischen Umsetzungen eröffnen die Studierenden eigene szenografische Perspektiven auf Shakespeares Klassiker.
Impression aus dem Theaterworkshop, Parkhaus Kirschgarten
- DOZIERENDE
Alain Rappaport, Heike Dürscheid
- WISSENSCHAFTLICHE ASSISTENZ
Andrea Schorro
- STUDIERENDE
Aline Haller, Ashley Zweidler, Carmen Fust, Cathrine Bärtschi, Daniel Hausammann (Gaststudent), Emma Zünd, Fabienne Orsinger, Hannah Müller, Joyce Mani, Mara Hollenweger, Maya Degenhardt, Michelle Hänggi, Natalie Dörschel, Samia Graf
- EXPERT:INNEN
Christina Rast, Regisseurin
Simeon Meier, Bühnenbildner & Szenograf
Ruedi Jost, Kostümbildner
Nils Amadeus Lange, Dozent HKB / HGK
Andreas Hidber, Grafiker und Dozent HGK
Rolf Derrer, Lichtdesigner und Dozent HGK