Instant:Interior
2024 / Bachelor
Die Programmierung einer Zwischennutzung
Vom Industrieareal zum Experimentierfeld
Das Klybeck-Areal im Norden Basels befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess: Aus einem ehemaligen Industriegebiet soll in den kommenden Jahrzehnten ein offener, grüner und durchmischter Stadtteil entstehen. Während dieser Entwicklung entstehen zahlreiche Leerstände, die temporär genutzt werden können.
Eine solche Zwischennutzung findet auch durch den Verein viertel_ab statt, der Räume in einem ehemaligen Werkstattgebäude auf dem Areal bis Ende 2025 bespielt. Diese Räume werden im Semesterprojekt «Instant:Interiors» zum Experimentierfeld für Studierende des 3. und 5. Semesters: Sie untersuchen vor Ort, wie sich bestehende Räume aktivieren und programmieren lassen – und entwickeln Ideen für temporäre Nutzungen und Veranstaltungen.
Workspace im K-104
Räume aktivieren und programmieren
Im Projekt «Instant:interiors» arbeiten die Studierenden bewusst ausserhalb der Hochschule – direkt in den Räumen des Vereins viertel_ab im Klybeck-Areal. Die ehemaligen Produktions- und Werkstatträume, darunter eine frühere Malerei, eine Spritzkabine sowie ein Sandstrahlraum, werden während des Semesters untersucht, vermessen und in ihrer räumlichen Atmosphäre erkundet.
Die Studierenden nähern sich den Räumen «hands on»: Sie experimentieren mit Licht, Materialien und Möblierung, recherchieren in der Nachbarschaft und entwickeln in Zweierteams eigene Veranstaltungskonzepte. Lesungen, Konzerte, kulinarische Formate, Ausstellungen oder performative Beiträge sind mögliche Szenarien. Entscheidend ist dabei, dass die Studierenden alle Schritte selbst übernehmen – von der Idee über Planung und Durchführung bis hin zur Dokumentation und zum Rückbau der temporären Interventionen. Höhepunkt des Projekts ist ein kuratierter Event, bei dem mehrere Beiträge zeitlich aufeinander abgestimmt präsentiert werden und die Räume für Besucher:innen erlebbar machen.
Lernen im Bestand
Zwischennutzungen wie jene im Klybeck-Areal eröffnen ein wertvolles Lernfeld für angehende Gestalter:innen. Statt im abstrakten Entwurf zu arbeiten, setzen sich die Studierenden mit realen räumlichen, sozialen und organisatorischen Bedingungen auseinander. Sie lernen, vorhandene Räume zu lesen, ihre Qualitäten zu erkennen und mit einfachen Mitteln neue Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Das Projekt vermittelt dabei nicht nur gestalterische Kompetenzen, sondern auch ein Verständnis für temporäre Stadtentwicklung und kollektive Prozesse. Leerstände werden als Chance begriffen: als Orte, an denen neue kulturelle und soziale Formate ausprobiert werden können. Die Studierenden erfahren Gestaltung als offenen Prozess, der Planung, Improvisation und Zusammenarbeit verbindet.
«Tatt-Omat» am Open House von Meta Rüegg und Morris Huggel
- Dozent
Andreas Wenger
- Wissenschaftliche Assistenz
Nela Weber
- Studierende
Cathrine Bärtschi, Emma Zünd, Hannah Müller, Lea Wüthrich, Lisa Bertschinger, Merle Schwering, Meta Rüegg, Michelle Hänggi, Morris Huggel, Muriel Galler, Neva Vogel, Niklaus Oppliger, Romy Elazar, Samia Graf, Silvan Seifert, Sinan Brenne
- Verein viertel_ab
Alisa Knechtli, Innenarchitektur, Szenografie und Floristik Elena Antoni, Innenarchitektur, Szenografie und Urban Design, Ieva Zuklyte, Atelier UUU, Illustration und Tufting Milo Schwager, Innenarchitektur, Szenografie und Essen & Trinken