Erinnerungsraum
2025 / Bachelor
Die Verräumlichung einer Kindheitserinnerung
Prinzessinenreich, Lipgloss und Benzingeruch
Ein Vorhang wie eine Chamäleonhaut. Klebrige Zuckermasse und modriger Duft, ein Raum wie ein warmer Kakao. Geknotet und verknüpft, spinnen Seile und Fäden Fantasien. Versunken in der Unterwelt ist das Zauberland, nur bei Nacht von Monstern bewohnt. Die Zeit steht still. Hörst du den Garten atmen?
Das 1. Semester taucht zum Studienauftakt in seine ganz persönlichen Erinnerungsräume – die Arbeiten werden für eine Woche im HGK CIVIC öffentlich ausgestellt: Ein atmosphärischer Start ins Grundstudium!
Kohlezeichnung Anna Altdorf
Von der Erinnerung zum Raum
Das Einstiegsprojekt «Erinnerungsraum» lädt die Studierenden ein, einen prägenden Ort aus ihrer Kindheit in räumlicher Form zu erforschen. Dabei geht es weniger um die exakte Nachbildung eines Raumes, sondern um die Übersetzung seiner Atmosphäre: Eindrücke, Stimmungen und Gefühle werden in den Entwurfsprozess übertragen.
Die Studierenden experimentieren mit unterschiedlichen Ausdrucksformen – vom Text, zu ausdrucksstarken Kohlezeichnungen, zu Papiermodellen, bis zu materialbasierten Versuchen – und entwickeln so ein Gespür für Licht, Raumstruktur, Massstab und Materialität. Der Fokus liegt auf dem Entdecken, Interpretieren und Erproben, weniger auf dem fertigen architektonischen Objekt. Auf diese Weise werden grundlegende Qualitäten von Raum und Atmosphäre erfahrbar und reflektierbar.
Begleitend zum Kurs finden mehrere Exkursionen statt. Dieses Jahr auf dem Programm: der Kunstbetrieb Münchenstein, das imposante Modelllager von Herzog & de Meuron sowie das Kunsthaus Baselland. Diese Erfahrungen vertiefen den Entstehungsprozess und erweitern den Blick auf die eigene Arbeit im grösseren Kontext.
Eine erste Ausstellungserfahrung
Den Abschluss bildet die einwöchige Ausstellung der Arbeiten im HGK CIVIC. Dabei steht nicht nur die Präsentation der Arbeiten im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Projekte vermittelt und im Raum inszeniert werden können. Die Studierenden lernen, ihre eigenen Arbeiten zu kuratieren, Zusammenhänge sichtbar zu machen und die räumliche Wirkung der Projekte auch im Kontext einer Ausstellung zu reflektieren. Gerne teilen wir hier ein paar Ausstellungsimpressionen. Die Einzelarbeiten und ihr Making-of können auf der Erinnerungsraum-Seite gesichtet werden.
- Dozentin
Eva Hauck
- Wissenschaftliche Assistenz
Andrea Schorro
- Studierende
Anna Maxine Altdorf, Alexandra Maja Anderhalden, Anja Lisa Baur, Enya Boschung, Paula Brünjes, Dunja Brunner, Luna Bürklin, Luka Djuric, Seraina Frey, Mia Silvia Hänggi, Alexandra Annika Högger, Wilma Vianne Imbescheid, Michelle Joanna, Mira Olivia Krumm, Rahel Nina Kummli, Jon Floyd Lenz, Soley Josephine Mundschin, Noah Nicolas Pozar, Patricia Lara Reusser, Mia Pauline Salchli, Lea Sophie Schibli, Lydia Zippora Schmidt, Romana Siegwart, Anissa Mantana Soland, Svea Trede, Noemi Chantal Weber, Eva-Maria Sophia Wennberg, Nana Yael Meret Werren.
- Werkstätten
Adriana Brantuas Arijon (Bildhauerei), Kurt Küng (Metallwerkstatt), Helge Brackmann (Holz), Michael Blunschi (Kunststoff)
- Fotos und Video
Andrea Schorro