Social Condenser

2025 / Bachelor

Lernlandschaften als soziale Möglichkeitsräume

Projekt «Aareschwumm» von Aline Haller, Andrea Tschan und Anja Drexler

Wann wird ein Campus zum sozialen Möglichkeitsraum?

Vorlesung, Gruppenarbeit, Prüfungsvorbereitung – der Hochschulalltag ist oft durchgetaktet. Doch wo entstehen eigentlich die Momente dazwischen? Gespräche, die weiterführen. Begegnungen, die Perspektiven verschieben. Räume, in denen Lernen mehr ist als Leistung? Im aktuellen Semesterprojekt erforschen Studierende des 3. und 5. Semesters gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Psychologie, die Allgemeinräumlichkeiten auf dem FHNW Campus Olten zu Aufenthaltszonen werden können. Im Fokus stehen nicht Effizienz und Abläufe, sondern Räume, die Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen bewusst fördern. Szenografisch gestaltete Interventionen sollen Atmosphären schaffen, die Lernen ebenso ermöglichen wie Beziehung, Resonanz und Inklusion.

Projekt «Aareschwumm» von Aline Haller, Andrea Tschan und Anja Drexler

Räume entstehen lassen durch Aneignung

In diesem Projekt gehen wir davon aus, dass Räume keine neutralen Behälter sind. Grundlage bildet das Konzept des «Social Condenser»: ein architektonisches Prinzip, das Räume als Orte versteht, an denen sich Funktionen, Menschen und Perspektiven überlagern. Geprägt von der sowjetischen Avantgarde und weiterentwickelt unter anderem von Rem Koolhaas, beschreibt es Räume, die Begegnung und Unterschiedlichkeit nicht kontrollieren, sondern ermöglichen.

 

Mit Beobachtungen, Interviews und psychologischen Analysen zu Themen wie Raumwahrnehmung, Nähe und Privatsphäre wird der Campus als sozialer Resonanzraum untersucht. Wo entsteht Austausch? Wo ist Rückzug möglich? Wann fühlen sich Menschen willkommen – und wann nicht?

Projekt «Aareschwumm» von Aline Haller, Andrea Tschan und Anja Drexler

Gegenräume zur Effizienzlogik

In einer Hochschulumgebung, die häufig von Effizienz, Vergleich und Selbstoptimierung geprägt ist, fragt das Projekt bewusst nach Alternativen. Wie können Lernumgebungen entstehen, die nicht nur funktionieren, sondern berühren?

 

Im Dialog zwischen Gestaltung und Psychologie entwickeln die Studierenden räumliche Szenarien, die Offenheit, Resonanz und soziale Vielfalt fördern. Sie lernen, theoretische Konzepte in konkrete räumliche Strategien zu übersetzen – und Atmosphären gezielt zu gestalten.

 

Dabei sammeln sie nicht nur konzeptionelle, sondern auch analytische Kompetenzen: Sie reflektieren Machtverhältnisse im Raum, untersuchen Mechanismen von Inklusion und Exklusion und erproben Gestaltung als gesellschaftliche Praxis.

 

So wird der Campus selbst zum Experimentierfeld – zu einem Ort, an dem räumliche Interventionen zeigen, wie Lernen als kollektiver, sozialer Prozess neu gedacht werden kann.

Credits
Dozierende HGK

André Haarscheidt

Dozierende HGK

Dr. Theresia Leuenberger

Georg Fiedler

Wissenschaftliche Assistenz

Nela Weber

Studierende HGK

Aline Haller, Anaïs Gobet, Andrea Tschan, Annika Rindsfüser, Anja Drexler, Carmen Fust, Joel Kunsch, Joyce Mani, Julia Schürch, Lea Turalija, Lisabel Pedrazzi, Mara Hollenweger, Nathalie Hanke, Natalija Krivokapic, Selinbe Klaiber, Sina Wassmer, Sofia Nicolini, Tanja Chumira Lüscher, Valentina Strasky, Valeria Favatà, Vithura Rasnayagam, Xiaoyan Zheng

Studierende APS

Eileen Fischer, Lars Zimmermann, Laura Meier, Loris Segalini, Sandro Studer

Expert

Stefan Camenzind, Evolution Design, Zürich